enkeltaugliches Kreischa

Wie wollen wir morgen leben? Mit enkeltauglicher Lebensmittelversorgung!

Unter dem Motto "Wie wollen wir morgen leben" finden seit Juni vorigen Jahres regelmäßig Veranstaltungen und Runde Tische statt. Ins Leben gerufen wurden sie von den Initiatoren Frieder Zimmermann und André Spindler. Ziel ist es, allen Kreischaern eine Möglichkeit zur direkten Beteiligung an der Gestaltung unserer Gemeinde zu geben. Dank der tatkräftigen Unterstützung durch die Bürgerstiftung und weitere engagierte Einwohner sind wir inzwischen auf einem guten Weg.

 

Bereits in unserer Auftaktveranstaltung wurde ein großes Interesse an einer nachhaltigen Lebensmittelversorgung deutlich. Dieses bestätigte sich durch eine Umfrage, die wir im November auf allen uns zur Verfügung stehenden Kanälen gestartet hatten. Rückmeldungen aus immerhin deutlich über 50 Haushalten (mit durchschnittlich 3 Personen) zeigen den bestehenden Bedarf.

 

Es war also schnell klar, dass wir uns mit diesem Thema nicht einfach im Rahmen eines Runden Tisches in der Bürgerstiftung beschäftigen konnten. Wieder einmal wurde das Vereinshaus gemietet. Wieder einmal füllte es sich in erfreulichem Maße. Über 50 Teilnehmer lauschten am Mittwochabend, 22. Januar, unseren Referenten, Vertretern unterschiedlicher Modelle der nachhaltigen Versorgung. Eingeladen hatten wir Barbara Rische von der Verbrauchergemeinschaft (VG) Dresden, einer Genossenschaft mit über 11.000 Mitgliedern, Holger Schill von der VG Meißen (Verein mit weniger als 100 Mitgliedern), Nadja Müller (ehemals Helene-Maier-Stiftung in Theisewitz), die inzwischen in Tharandt einen Bioladen mit Stammkundenmodell betreibt und Fanny Schiel von den Marktschwärmern (ein ganz eigenes Modell, bei dem der Bedarf online erfasst und bezahlt wird, um dann am Markttag vom Erzeuger geliefert und vom Einkäufer abgeholt zu werden).

Nach diesen aufschlussreichen Erfahrungsberichten ging es direkt weiter. An drei voll besetzten großen Tischen wurde angeregt über die gewünschte Produktpalette, die beste Organisationsform und die Frage nach geeigneten Räumlichkeiten diskutiert. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse dieser Gespräche wird sich zeitnah auf unserer Homepage unter www.zukunft-kreischa.de finden.

Sicher ist allen klar geworden, dass es ohne das Engagement Einzelner nicht geht. Auf Grundlage der bisherigen Rückmeldungen sind wir aber durchaus überzeugt, dass sich genügend Menschen zusammenfinden, die die Sache nun in die Hand nehmen werden und die Idee einer nachhaltigen Lebensmittelversorgung in Kreischa weitertragen. Wer sich von diesen Zeilen angesprochen fühlt, ist herzlich zu unserem nächsten Runden Tisch, diesmal wieder in der Bürgerstiftung, eingeladen.

Wir treffen uns am 4. März um 19:30 Uhr.

 Bleibt uns nur noch, allen Teilnehmern, den Referenten und unseren Helfern für den gelungenen Abend zu danken.

 

Herzliche Grüße,
André Spindler und Frieder Zimmermann


Ein Besuch in der enkeltauglichen Gemeinde Nebelschütz

Ein Besuch in der enkeltauglichen Gemeinde Nebelschütz Am 15. Oktober trafen sich zum Nachmittag 10 große und 5 kleine Leute aus Kreischa, Kleba, Lungkwitz und Quohren um gemeinsam nach Nebelschütz zu fahren.
Nebelschütz, eine Gemeinde bei Kamenz, hat seit fast 30 Jahren einen ehrenamtlichen Bürgermeister, der in sehr besonderer Weise die Geschicke seiner Gemeinde lenkt. Wer zur Auftaktveranstaltung „Wie wollen wir morgen leben?- eine enkeltaugliche Zukunft für unsere Gemeinde Kreischa“, im Vereinssaal dabei war, hat Thomas Zschornack bereits kennengelernt.
Frieder Zimmermann organisierte nun den Besuch in Nebelschütz und zum späten Nachmittag kommen wir an. Die Kirche ist das Erste, was man sieht, hübsch anzuschauen mit dem typischen Turm, dann fahren wir weiter ins Dorf zum Treffpunkt an der Gemeindeverwaltung mitten im Ort.

Wir werden von Herrn Zschornack sehr herzlich begrüsst und gleich geht es los zum Fussballplatz. Das war das erste Bauprojekt nach der Wende, für Zschornack einer der wichtigen Punkte für ein gelungenes Gemeindeleben, der Zusammenhalt im Sportverein. Nicht eine Firma von sonstwoher, sondern die Nebelschützer selbst bauen den Sportplatz. Es ist nun ihr eigener, das ist etwas besonderes. Immer wieder beschreibt Zschornack dieses Prinzip der Zusammenarbeit- Verantwortung zu übernehmen für das eigene Umfeld. Um die Ecke der Gemeindeverwatung herum, am Bioladen vorbei, stehen wir im Zentrum der Ortes. Es ist grün, voller Bäume, eine kleine Auenlandschaft mit zwei Spielplätzen und einem Festplatz. An der Wand des Gebäudes hängt der Schriftzug „Pack zu! Lass uns alle das Gute und Nützliche tun.“, auch in sorbisch natürlich. Das Motto ist Programm, immer ganz nah an den Leuten, im permanenten Austausch über Ideen, Wünsche und Träume entstehen in Nebelschütz Projekte mit Zukunft: solidarische Landwirtschaft, ökologischer Baustoffhof, ein Hofladen mit regionalen Produkten, Energieversorgung durch Photovoltaik, essbare Grünanlage in Permakultur. Uns wird langsam bewusst, dass Träume wahr werden können, wir können es SEHEN, wir lauschen den Geschichten und staunen über die vermeintlich einfachen Lösungen.

Weiter geht es Richtung Kirche, vorbei am neuen Kindergarten. Für dessen Planung wurden die Wünsche der Kinder und der Eltern gesammelt und ein Gesamtkonzept erstellt: besonders
wichtig war das pädagogische Konzept, insbesondere Zweisprachigkeit, die gesunde Ernährung, die körperliche Fitness, die Bewusstseinsbildung für Ökologie und Nachhaltigkeit. Der Neubau fügt sich optisch wunderbar in den Ort und ist ein Vorzeigeprojekt für ökologisches Bauen, wiederum ein Projekt mit über 5600 gemeinnützigen Arbeitsstunden der Bewohner, „Packt zu....“.

Optisch perfekt eingefügt sind auch die vereinzelten Neubauten. Ob nun Einfamilienhaus oder Reihenhaus, es stehen nicht mehr als drei Neubauten beisammen, jedes Grundstück ist gross
genug für einen Gemüsegarten und die neuen Häuser müssen sich in die ortstypische Architektur einfügen. Grössere Eigenheimsiedlungen kommen hier nicht in Frage. Solche Ansprüchen
lassen sich nicht einfach durchsetzen, es erfordert viele Gespräche, Diskussionen und Austausch mit allen beteiligten Personen.

Die Kirche ist ein weiterer wichtiger Punkt im Ort. Die Gottesdienste werden ausschließlich in sorbisch gehalten, die wendischen Feste gefeiert - schon immer gab es in der sorbischen Minderheit diesen Zusammenhalt, so Zschornack. Das hilft auch sehr bei der Umsetzung der „um die Ecke gedachten“ Ideen des sympatischen Bürgermeisters. Wie auch der Jugendclub funktioniert: die Hälfte der Kosten trägt die Gemeinde, dafür halten die Jugendlichen die Bushaltestellen im Ort in Ordnung. Alles Öffentliche verzahnt sich hier zu einem lebendigen
Organismus.

Nach zwei Stunden quer durchs Dorf sitzen wir gemütlich bei Schnittchen aus dem Bioladen und Ökobier „Krabat“ beisammen. Wir habe viele Fragen an den Herrn Bürgermeister, vor allem wie ist Veränderung machbar? Und wir bekommen viele Antworten, ein Wort fällt dabei immer wieder: Verantwortung. Politische Verantwortung, Verantwortung für das eigene Tun und konsequente Entwicklung und Umsetzung der Ideen. 

Ganz wunderbar inspiriert fahren wir nach Hause, voller Freude und Neugier auf die nächsten Veranstaltungen in der Bürgerstiftung und im Vereinshaus. Jeder ist willkommen!

Caterina Other


Eine enkeltaugliche Landwirtschaft – wie kann das gehen?

Humus ist organisches Material, das extrem wichtig für den fruchtbaren Boden und die Landwirtschaft ist. Diese Lebensgrundlage für Mensch und Umwelt ist jedoch heutzutage sehr gefährdet. Das kann dramatische Konsequenzen für nachfolgende Generationen haben und unsere Land(wirt)schaft nachhaltig verändern…

Aus diesem Grund liegt es an uns, jetzt zu handeln – auch auf regionaler Ebene in Kreischa! In einer Abendveranstaltung thematisieren wir die dringend notwendige „Humusrevolution“:
Wir führen ein Hörspiel auf, in dem das Problem der Humuszerstörung erklärt und mit einer Utopie aus dem Jahr 2050 verbunden wird. Die Autorin und Vordenkerin Ute Scheub wird uns
anschließend verschiedene Lösungswege aus dem Dilemma aufzeigen. Wir wollen die Idee einer Kreischaer Verbraucher-Genossenschaft vorstellen und gemeinsam überlegen, was wir in
unserer Gemeinde tun können.

Wir freuen uns auf eine bewegte, lösungsorientierte Diskussion mit Akteuren aus allen Lagern: Produzenten (egal ob konventionell oder biologisch), Konsumenten, Kommunalpolitikern und Experten auf dem Gebiet der Humusherstellung.

Die Veranstaltung ist eintrittsfrei, für das leibliche Wohl aller
ist gesorgt!
Wann? 22.11.2019 (Freitag), 18:30 Uhr
Wo? Vereinshaus Kreischa
Haußmannplatz 8
01731 Kreischa

Eine Veranstaltung von ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.V. im Projekt MoDem (Mobiles demokratisches Empowerment für den ländlichen Raum) in Kooperation mit der Initiative „Wie wollen wir morgen leben - eine enkeltaugliche Zukunft für unsere Gemeinde Kreischa“

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